Knieschmerzen
Knieschmerzen können vielerlei Ursachen haben.
1) Knieschmerzen mit neurologischer Ursache
Neuropath ia patel lae
Dabei handelt es sich um eine Kompression (= Einengung) des Ramus infrapatellaris des Nervus saphenus beim Durchtritt durch die Faszie (= bindegewebige Hülle eines Muskels).
Die Schmerzen treten unterhalb der Kniescheibe auf.
Howshi p-Romberg-Syndrom
Hier handelt es sich um eine Reizung/Störung des Nervus obturatorius (= Nerv an der Innenseite des Oberschenkels). Die Knieschmerzen sind an der Innenseite des Knies lokalisiert.
2) Knieschmerzen orthopädisch-rheumatologischer Ursache
Eine Ursache für Knieschmerzen ist die Meniskopathie (= vorzeitige Degeneration der Gelen kzwischenscheibe), hervorgerufen durch eine Verletzung, aber auch durch Alterungsvorgänge.
Häufig ist für Knieschmerzen die Patella (Kniescheibe) ursächlich. Sie artikuliert (= eine gelenkige Verbindung herstellen) im Kn iegelenk mit dem distalen Femur (= unterer Teil des Oberschenkelknochens). Folgende Störungen können zu Knieschmerzen führen:
Chondropa thia patel lae (= Knorpelerweichung hinter der Kniescheibe)
Patellaluxation (= Kniescheibenverrenkung)
Tanzende Patella bei Kniegelenkerguß (= krankhafte Flüssigkeitsansammlung im Gelen k)
Osteopathia patel lae (Patellaspitzennekrose (= Absterben von Knorpelgewebe))
Aufgrund des komplizierten Kapselbandapparates ist das Kn iegelenk besonders anfällig für Verletzungen und damit für chronische Knieschmerzen, häufig bei sportlichen Aktivitäten.
Die häufigste Ursache für chronische Knieschmerzen ist aber eine Arthrose, eine vorwiegend degenerative (= abnutzungsbedingte) Gelen kerkrankung, die (mit großen Schwankungen) erst mit zunehmendem Alter auftritt.
Bei der sog. Ar throsis def ormans (Ar thropathia defor mans) bestehen schmerzhafte, zunehmend funktionsbehindernde Gelenkveränderungen infolge eines Mißverhältnisses von Tragfähigkeit und Belastungen.
Betroffen sind vor allem das Hüft- und Kn iegelenk (Coxart hrose und Gonart hrose). Bei einer ausgeprägteren Schmerzhaftigkeit spricht man dann von einer Coxa lgie bzw. Gonalg ie.
Die Ausbildung einer Arth rose und der damit verbundenen Knieschmerzen kann durch mehrere Faktoren begünstigt werden. So z.B. Überlastungen ( z.B. beim Fliesenleger), Vorschädigungen infolge eines Unfalls oder auch eigenständige Gelen ksentzündungen (Arthrit is).
Relativ häufig sind Knieschmerzen nach Sportverletzungen, meist infolge einer Schädigung der Gelenkzwischenscheibe (Meniskus). Darüber hinaus können auch permanente Fehlbelastungen z.B. bei Fehlstellung der Beine (X- oder O-Beine) zu einer Kniegelen ksarthrose führen. Zur Prävention (= Vorbeugung) einer Kniegelen ksarthrose sollten deshalb präarthrotische (= einer Ar throse vorausgehenden, eine Ar throse begünstigende) Deformitäten (= Fehlbildungen) beseitigt werden.
Eher selten können auch Tumore zu Knieschmerzen führen, meist gehen diese von der Innenhaut der Gelenkkapsel (Membrana synovialis) oder von der Gelenkkapsel selbst aus. An gutartigen Tumoren kommen vor: Lipome (= Fettgewebsgeschwulste), Fibrome (= Bindegewebsgeschwulste) oder Hämangiome (= Wucherungen von Blutgefäßen). Bösartig ist das maligne Synovialom.
Zu Knieschmerzen kommt es auch bei einer Gelen kentzündung (Gonarthrit is) infolge einer Systemerkrankung. I.d.R. sind dann aber mehrere Gelen ke betroffen. Als Ursache dominieren rheumatische bzw. rheumatoide (= rheumaähnliche) Prozesse.
Im Jugendalter können Gelen k- bzw. Knieschmerzen im Rahmen einer systemischen juvenilen chronischen Arthrit is (Still Syndrom) auftreten, eine meist symmetrisch verteilte Polyarthrit is (= En tzündung in mehreren Gelen ken). Begleitende Krankheitszeichen sind Fieber, Milz- und Lebervergrößerung sowie Lymphknotenschwellungen.
Bei oder nach Infektionskrankheiten (z.B. Masern, Mumps, Röteln, Windpocken) kann es ebenfalls zu Gelen k- bzw. Knieschmerzen kommen, sog. parainfektiöse reaktive Arthritiden.
